Archiv der Kategorie: Vorschläge Stuttgarter Friedenspreis 2019

Im ersten oder zweiten Wahlgang zur Wahl stehende Kandidaten

Stuttgarter Friedenspreis 2019
2. Wahlgang

Um zu überprüfen, ob Sie AnstifterIn und damit auch im zweiten Wahlgang stimmberechtigt sind, benötigen wir


Sie haben im zweiten Wahlgang, der bis zum 15.07.2019 23:59 Uhr läuft, drei Stimmen, die Sie nun beliebig zuordnen können. Wenn Sie alle drei Stimmen einem Kandidaten geben möchten, dann wählen Sie diesen Kandidaten bitte in allen drei Feldern aus. Wenn Sie nur zwei Stimmen vergeben möchten, lassen Sie bitte ein Feld, wie es ist, usw.



Wenn Sie Fragen haben, versuchen Sie uns telefonisch zu erreichen unter 0711 24869621 oder senden eine Mail an kontakt@die-anstifter.de

Vielen Dank!

Stuttgarter Friedenspreis 2019
1. Wahlgang

Liebe AnStifterinnen und AnStifter!

Die folgenden Vorschläge – nummeriert von 1 bis 26 – stehen für den 1. Wahlgang zum Stuttgarter Friedenspreis 2020 zur Abstimmung zur Verfügung.

Jedes Mitglied der AnStifter hat drei (3) Stimmen, die Sie bitte, neben Ihrem Namen und Ihrer E-Mail-Adresse, in das hier vorbereitete Formular eingeben (anhand der uns vorliegenden Mitgliedsliste, Ihres Namens und der E-Mail-Adresse wird Ihre Wahrberechtigung überprüft; ohne entsprechende Angaben kann Ihre Wahl nicht angenommen werden).

Wenn Sie Ihre drei Stimmen einem einzigen Vorschlag geben möchten, tragen Sie diesen Vorschlag bitte in ALLEN DREI Feldern ein.

Abstimmungsschluss für den ersten Wahlgang ist der 30. Mai 2020.

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

0711 24 86 96 21
kontakt(@)die(minus)anstifter(punkt)de
Mo-Do 10-13 + 15-18 Uhr

Um überprüfen zu können, ob Sie AnStifter*in und stimmberechtigt sind, benötigen wir

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..und hier kommen die Kandidat*innen im Überblick:

01 Richard Arnold. Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd
02 Julian Paul Assange
03 Lina Attalah. Mutiger Journalismus
04 Mouctar Bah und „Break the Silence“
05 Nurcan Baysal
06 Daniela Dahn. Schriftstellerin
07 Oliver von Dobrowolski. Verein „Polizei/Grün“
08 Serkan Eren. Fluchtursachen von Stuttgart aus bekämpfen
09 Jacqueline Flory. Zeltschule
10 Friedenstreff Nord. Stuttgart
11 Delia Grünzweig. Schülerin in Kirchheim
12 Ingrid Halbritter. Kampf für Gerechtigkeit und Demokratie
13 Informationsstelle Militarisierung. Friedenspolitik mit Substanz!
14 just human
15 KURVE Wustrow. Bildungs- und Begegnungsstätte
16 Jana Langer. Krankenschwester / fürs Pflegepersonal
17 Alassa Mfouapon. Aktivist für demokratische Rechte von Refugees
18 Nähatelier Zic Zac in Burkina Faso
19 Reporter ohne Grenzen
20 Respekt für Griechenland
21 XXX Vorschlag wurde vom Einreicher zurückgezogen, da weitere Recherchen ergaben, dass dieser nicht den Kriterien für den FriedensPreis entspricht. XXX
22 Dr. Hella Schlumberger. München
23 Dr. Wolfgang Sternstein
24 Jürgen Todenhöfer
25 Andreas Tölke. „Be an Angel“, Berlin
26 Henning Zierock

01. Anni Lanz. Menschenrechts-Aktivistin

Die Schweizer Soziologin Anni Lanz (*1945) ist eine Menschenrechts–Aktivistin und kämpft schon seit Jahrzehnten für die Rechte von Geflüchteten. Die frühere Generalsekretärin von Solidarité sans frontières wird auch als die “älteste Schlepperin der Schweiz“ bezeichnet. 2004 erhielt sie die Ehrendoktorwürde der juristischen Fakultät der Universität Basel, weil sie “als Vertreterin der Zivilgesellschaft zur Wirksamkeit der international garantierten Menschenrechte in der Schweiz“ beitrage.
Im Dezember 2018 wurde sie wegen Schlepperei von einem Schweizer Gericht verurteilt. Sie holte einen aus der Schweiz „ausgeschafften“ Mann aus Afghanistan im Auto von Italien in die Schweiz zurück. Sie selbst sieht sich als Fluchthelferin.

Wikipedia

02. Antonia Waskowiak. Kampf gegen Genitalverstümmelung

Vor fast 10 Jahren gelangte Antonia Waskowiak im Rahmen eines Freiwilligendienstes nach Südwest-Kenia. Heute ist sie Direktorin der dortigen Grundschule, zu der ein Rescue-Camp für von Beschneidungen bedrohte Mädchen gehört. In Marburg/Lahn leitet sie den Unterstützerverein „Zinduka e.V.“ (= Lichtschimmer). Obwohl in Kenia offiziell verboten, wird weibliche Genitalverstümmelung dort noch in erheblichem Umfang praktiziert. Der Zinduka e.V. engagiert sich vor Ort und keniaweit sensibel und erfolgreich gegen diese kulturbedingte Tradition.
Antonia kämpft äußerst selbstlos, aber umsichtig und mit Bedacht, für die Menschenwürde kenianischer Mädchen und Frauen. Persönliche Bedrohungen, die es immer wieder gibt, nimmt sie ernst, doch inzwischen befindet sie sich in einem jungen und engagierten Umfeld von Unterstützerin- nen sowohl in Deutschland als auch in Kenia. Antonias Arbeit ist Friedensarbeit von Grund auf. Alles, was Antonia Waskowiak und Zinduka e.V. machen, ist für die Welt eine Basis für Völkerverständigung. So geht Frieden!

Zinduka e.V.

03. Bund für soziale Verteidigung. Konflikte gewaltfrei austragen

Wurde 1989 gegründet, beteiligt waren Persönlichkeiten der Friedensbewegung wie Petra K. Kelly und Prof. Dr. Theodor Ebert sowie der Versöhnungsbund, Pax Christi und Ohne Rüstung Leben. Meilensteine bei der Entwicklung des BSV waren die Kampagne „Bundesrepublik ohne Armee“ nach 1989, das Balkan Peace Team (1993-2001), die Konzeptionierung des Zivilen Friedensdienstes in den 1990er Jahren und die innergesellschaftliche Kampagne „Wege aus der Gewalt“. Es engagieren sich mehr als 1000 Menschen für eine gewaltfreie Politik. Konflikte sollen auf gewaltfreier, nicht-militärischer, ziviler Basis gelöst werden. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Veröffentlichung von Analysen und Hintergrundpapieren zu aktuellen Konflikten. Friedensbildung im Inland hat das Ziel, das Konzept der zivilen Konfliktbearbeitung im Rahmen schulischer und außerschulischer Bildung an junge Menschen und Jugendliche weiter zu geben.

Soziale Verteidigung

04. Charlotte von Bonin und Paul Epple. Fridays for Future in Baden-Württemberg

Charlotte von Bonin (21) und Paul Epple (20) gehören zum Orga-Team der Stuttgarter Freitagsdemos. Charlotte gehörte zu den fünf ersten Jugendlichen, die am Freitag mit ihren Schildern auf den Schlossplatz gezogen sind. Paul war ein Jahr in Argentinien, und hat gesehen, was passiert, wenn man sich nicht um die Umwelt kümmert. Beide stehen für die lokalen Initiativen, die Teil sind der weltweiten Bewegung Fridays for Future, die sich für Gerechtigkeit, Klimaschutz und Solidarität einsetzt, den Voraussetzungen für Frieden. Der Schulstreik wendet sich gegen das Versagen der politisch Verantwortlichen gegenüber dem menschengemachten Klimawandel. Dieser stellt eine reale Bedrohung für die Erde und die Menschheit dar und bedroht die Zukunft nachfolgender Generationen. Nach dem Verständnis der Fridays for Future bezieht sich Klimapolitik nicht nur auf Konzerne, die durch Kohleabbau CO2-Emissionen fördern, sondern insbesondere auf die Menschen, die unter den Folgen leiden und keine klare, sichere Zukunft vor sich haben. Klimapolitik wird somit als soziale Politik gesehen.

Friday for Future

05. Corinna Thalheim. Selbsthilfe für Missbrauchsopfer in DDR-Heimen

Corinna Thalheim war 16, als die Sozialeinrichtungen der DDR begannen, ihr Leben zu zerstören. Aufgrund ihres unregelmäßigen Schulbesuches wurde sie als „Schulbummlerin“ 1984 in ein Heim in Lutherstadt eingewiesen. Der dortige brutale Alltag veranlasste die jugendliche Corinna zur dreimaligen Flucht. Nach diesen Fluchtversuchen wurde sie in eine der schlimmsten Jugendeinrichtungen der DDR eingewiesen, den Werkhof Torgau. Organisierte Gewalt und sexueller Missbrauch waren dort an der Tagesordnung. Heute ist Frau Thalheim Vorsitzende der Betroffeneninitiative »Missbrauch in DDR-Heimen«, gegründet 2014 in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Sie ist hervorgegangen aus der Selbsthilfegruppe „Verbogene Seelen“ für Missbrauchsopfer in DDR-Heimen, die sich im Oktober 2011 als bundesweit erste Selbsthilfegruppe von Missbrauchsopfern in DDR-Heimen, ebenfalls in Torgau gegründet wurde.
Die Betroffeneninitiative »Missbrauch in DDR-Heimen« ist vernetzt mit „Kein Raum für Missbrauch“, einer Initiative des Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs.

Betroffeneninitiative Torgau

 

06. Demokratiebahnhof Anklam. Jugend- und Kulturarbeit für Menschen jeder Herkunft

Der Demokratiebahnhof Anklam ist ein Jugend- und Kulturzentrum, das im Jahr 2014 von jungen Menschen gegründet wurde und seitdem ehrenamtlich organisiert wird. Neben den Angeboten des Jugendzentrums, wie der Fahrradwerkstatt oder dem offenen Jugendtreff, finden regelmäßig Kultur- und Informationsveranstaltungen im Anklamer Bahnhofsgebäude statt. Nach der Wende haben rechte Gruppen systematisch Strukturen in Anklam aufgebaut. Eine Gruppe von Jugendlichen versucht, dem mit dem Jugendzentrum Demokratiebahnhof gegenzuhalten. Sie reparieren Fahrräder, kochen zusammen, schauen Filme. Sie sind in Entscheidungsprozesse eingebunden, gestalten das Programm mit und lernen nebenbei demokratische Meinungsbildung. Ein syrischer Jugendlicher versucht, Verständnis zu schaffen für die über 200 Geflüchteten, die mittlerweile in Anklam leben. Das Engagement ist durch drohende rechte Gruppen nicht ungefährlich.

Demokratiebahnhof

07. Domenico Lucano. Integration Geflüchteter in kalabrischem Dorf

Immer mehr Menschen verließen den kleinen Ort Riace im süditalienischen Kalabrien, um in den größeren Städten Arbeit und Unterhalt zu suchen. Dieser für das ärmere Kalabrien so typischen Landflucht wollte der Bürgermeister Domenico Lucano nicht tatenlos zusehen und bot die leerstehenden Häuser Menschen an, die ihre alte Heimat verlassen mussten. Er bemühte sich darum, den geflüchteten Frauen und Männern in den verschiedenen Handwerksbetrieben am Ort Arbeit und Einkünfte zu verschaffen, um ihnen die Integration zu erleichtern und auch ihre Familien nachzuholen. Auf diese Weise gelang es Domenico Lucano, die Einwohnerzahl seines Ortes zu erhöhen und Riace vor dem Verschwinden zu bewahren. Die alten und die neuen Dorfbewohner waren mit der Situation zufrieden. Die italienische Regierung wirft dem Bürgermeister nun Begünstigung illegaler Einwanderung vor und stellte ihn unter Hausarrest. Dabei ist er ein Vorbild für gelungene Integrationspolitik.

Quelle: ein Artikel in den Stuttgarter Nachrichten

08. Eugen Drewermann. Querdenker in Theologie und Wissenschaft

Schon mit seiner Habilitationsschrift „Die Struktur des Bösen“ deckte Drewermann den gesellschaftlichen Zusammenhang des Bösen abseits von theologischen Auslegungen auf. Seitdem hat er zahlreiche Bücher zum Thema Frieden und Rüstung geschrieben, immer die persönlichen Nöte der Menschen angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse in den Blick rückend. In seinen Reden auf Veranstaltungen der Friedensbewegung zeigt er die gesellschaftlichen Ursachen von Profit und Vernichtung menschlichen Lebens auf. Drewermann ist ein vehementer Kritiker deutscher militärischer Auslandseinsätze und fordert seit Jahren die Abschaffung der Bundeswehr. Er verurteilt Gewinnstreben als treibende Kraft hinter militärischen Auseinandersetzungen. Er ist stets ein unangepasster Querdenker geblieben sowohl auf theologischem als auch auf wissenschaftlichem Gebiet. Durch seinen Ansatz, die menschliche Psyche bei der Erklärung der gesellschaftlichen Antagonismen in den Blick zu nehmen und den Menschen als Menschen zu akzeptieren, hat er einen breiten Diskurs in Gang gesetzt, in dem Versöhnung und Toleranz im Mittelpunkt stehen.

Wikipedia

09. Heide Kässer und Pascale Goldenberg. Förderung afghanischer Frauen

Beide Frauen engagieren sich seit Jahren in ganz besonders eindrücklicher und sehr unterschiedlicher Art und Weise für die Verbesserung der Situation von Frauen in Afghanistan. Heide Kässer leitet seit 10 Jahren erfolgreich ein Studentinnen Projekt, und Pascale Goldenberg seit 15 Jahren das Stickerei Projekt. Beide Projekte fördern insbesondere Frauen aus armen afghanischen Familien auf unterschiedlichem Niveau. Beide Projekte tragen in ihrer jeweiligen Einzigartigkeit zur Stärkung der weiblichen Identität und zur spezifisch Förderung weiblicher Fähigkeiten afghanischer Frauen bei. Anhand der im Stickereiprojekt entstandenen Stickbilder, deren Sticktechniken auf alte afghanische Traditionen zurückgehen, kann in beeindruckender und ergreifender Weise ein weiblicher Individuationsweg der afghanischen Frauen nachgezeichnet werden, der – und das ist das wirklich Besondere – sich gleichzeitig individuell und kollektiv (ein ganzes Dorf betreffend) vollzogen hat und die Frauen darüber hinaus finanziell unabhängiger gemacht hat.

Deutsch-Afghanische-Initiative

10. Heinz Ratz mit Band. „Eine Millionen gegen rechts!“

Heinz Ratz und seine Band „Strom & Wasser“ verbinden ihre Konzerte seit Jahren mit sozialem Engagement. Eines ihrer bekannteren Projekt war es, mit den in Flüchtlingsunterkünften lebenden Weltklasse-Musikern auf Tour zu gehen. Dadurch eröffneten sie diesen Musikern Auftrittsmöglichkeiten. Mehr als 100.000 Euro konnten Heinz Ratz und seine Band dabei für die Betroffenen einsammeln (Die Tour der 1000 Brücken). Mit seiner aktuellen Konzert-Kampagne will Ratz die Arbeit der freien Jugendhäuser im Osten der Republik stärken. Es ist zu befürchten, dass zunehmend rechtspopulistische Gemeinderäte bei Kulturentscheidungen die ohnehin angeschlagenen Soziokulturellen Zentren weiter ausbluten lassen. Der Plan: es sollen eine Millionen Euro für die selbstverwalteten Jugendhäuser in den neuen Bundesländern zusammen kommen.
Die Tour führt quer durch die Republik und heißt „Eine Millionen gegen rechts!“. Ein eigens mit Konstantin Wecker gegründetes „Büro für Offensivkultur“ organisiert die Konzerte.

1000 Brücken

11. Hope Theatre Nairobi. Sozialpolitisches Theater

Das Hope Theatre ist eine sozial-politische Theatergruppe aus Kenia, die 2009 von jungen Erwachsenen in den Armenvierteln von Nairobi gegründet wurde. Sie trainiert in Kariobangi, einem Slum um die legendäre Mülldeponie. Die Gruppe ist heute eine selbst verwaltete NGO mit 3 Frauen im Vorstand und präsentiert Stücke zum Thema Fairness im wirtschaftlichen und sozialen Kontext.
Wichtige Projekte sind Workshops für Waisen, jugendliche Strafgefangene, inhaftierte Frauen und der Aufbau einer Kindergruppe, den Hope Theatre Juniors. Hinzu kommen Auftritte im ganzen Land und die Organisation der jährlichen Slum Theater Festivals. Bei den Theateraufführungen und den Workshops wird das komplexe Beziehungsgeflecht zwischen Afrika und Europa positiv-kritisch, unsentimental und authentisch dargestellt.
Das Hope Theatre bringt uns Afrika näher als Kontinent von Menschen, die trotz unserer wirtschaftlichen Ausbeutung und ihrer Herkunft aus den Slums positiv, leidenschaftlich und kritisch globale Themen aus afrikanischer Sicht beleuchten.

Hope Theatre

12. IALANA. internationale Juristen-Initiative gegen Atomwaffen

Die Deutsche Sektion der „International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA)“ knüpft an die UN-Charta und das Friedensgebot des Grundgesetzes an. Sie unterstützt die internationalen Bemühungen um die nukleare Abrüstung, insbesondere die Folgekonferenzen zum Atomwaffensperrvertrag.
Weiter untersuchte IALANA militärische Aktivitäten Deutschlands, vor allem die Out-of-Area-Einsätze und die von den USA und ihren Verbündeten geführten Kriege: Golf-Krieg 1991, Jugoslawien-Krieg 1999, Afghanistan-Krieg 2001, Irak-Krieg 2003, Libyen-Krieg 2011 und Syrienkrieg seit 2015 auf Verstöße gegen deutsches und internationales Recht. IALANA veranstaltet Tagungen zu aktuelle friedenspolitischen Fragen und entwickelt juristische Argumente, die die Grenzen der Militärpolitik auf nationaler und internationaler Ebene aufzeigen und die Stellung von Bürgerinnen und Bürgern bei der Durchsetzung von internationalen Abkommen im Bereich der Abrüstung, des Umweltschutzes, der Bekämpfung von Korruption und des Schutzes der Menschenrechte (»Societal Verification«) stärken.

IALANA

13. Ingrid Rumpf. „Flüchtlingskinder im Libanon”

Seit 22 Jahren kümmert sich der Verein „Flüchtlingskinder im Libanon“ um in den Libanon geflüchtete Menschen aus Palästina. Vorrangig geht es dabei um die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen. So werden Patenschaften für Kinder und das Gehalt für Sozialarbeiterinnen finanziert. Außerdem bezuschusst der Verein Zahnarztpraxen, medizinische und psychische Behandlung von Kindern, Nachhilfekurse, Ausbildungsstipendien und gesunde Mahlzeiten. Der Verein organisiert auch Vorträge und Ausstellungen. Dazu gehört auch die Nakba-Ausstellung, die Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948 thematisiert. Sie wurde durch den Verein, maßgeblich durch dessen Vorsitzende Ingrid Rumpf erarbeitet, denn „ohne die Kenntnis und ohne eine gebührende Anerkennung dieser Seite des Konflikts (haben) Aussöhnung, Gerechtigkeit und Frieden im Nahen Osten keine Chance…“, heißt es in den einleitenden Bemerkungen zur Ausstellung. Das trotz aller Anfeindungen außergewöhnliche und mutige Engagement von Ingrid Rumpf in dieser Sache, verdient eine Würdigung.

Flüchtlingskinder im Libanon

14. Kai Völschow und Daniel Metz. Fanprojekt der Stuttgarter Kickers

Das Fanprojekt beschäftigt sich in Workshops mit während der Nazizeit verfolgten Spielern.
Kai Völschow und Daniel Metz untersuchen an diesen Schicksalen die Auswirkungen von rassistischer Ideologie, aber auch die Auswirkungen von Krieg, der an den Spielern nicht vorbeigegangen ist. So soll ein tieferes Verständnis der Fans über die historische Entwicklung der Blauen hergestellt werden und die Einsicht geweckt werden, dass sich der Verein und seine Fans aktiv gegen undemokratische, menschenfeindliche Entwicklungen stellen müssen, wie sie heute wieder beim rassistischen Umgang mit Fußballspielern mit Migrationshintergrund auftreten.
Darüber hinaus unterstützt das Fanprojekt jugendliche Fans bei Problemen in Schule, Studium, Berufsausbildung, in der Arbeit und in der Familie, mit Behörden sowie bei Stadionverboten. Es leistet hiermit konkrete Sozialarbeit im Fan-Umfeld.

Fanprojekt

15. Martha-Jean Shamiso Mungwashu. Lobbyistin für Kinderrechte in Zimbabwe

Nach ihrem Studium arbeitete sie als Lehrerin und als Lobbyistin für Kinderrechte. Sie war Mitbegründerin des Fair Trade Support Network Zimbabwe (FSNZ) und spielte eine zentrale Rolle bei der erfolgreichen Entwicklung des Verbandes. In ihrer Arbeit verbindet sie ökologische Landwirtschaft mit der Ausbildung von bäuerlichen Frauengruppen. Immer geht es ihr um die Befriedigung der Grundbedürfnisse der Frauen, insbesondere die Ausbildung der Kinder und deren Versorgung mit guten Lebensmitteln. Ihre Mission, die Würde der Erde, der Menschen und der Gemeinden wiederherzustellen, gibt Shamiso Kraft. Die Bauern besitzen nichts außer ihrem Land, einer Hacke und der Kraft ihrer eigenen Hände. Dank ökologischer Anbaumethoden konnten die Erträge auf den kleinen Feldern erheblich gesteigert werden.
Darüber hinaus sammelt Shamiso Spenden für ein kleines Zentrum für HIV-Waisen in den Slums von Harare. Dort hat sie ein Zuhause für 30 Kinder geschaffen. Ihre Arbeit und ihr Engagement ist ein Vorbild für die junge Generation des gesamten afrikanischen Kontinents.

Kaite

16. Michael Wilk. Notarzt in Krisengebieten

Der Allgemein- und Notfallmediziner, sowie Schmerz- und Psychotherapeut Michael Wilk unterstützt seit Jahren als Notarzt in Krisengebieten humanitäre Projekte (z. B. Flüchtlingsrücksiedlungen in Morazan/Salvador, Krankenhäuser in Rojava/Nordsyrien). Er kümmerte sich um Schwerverletzte, operierte in Zusammenarbeit mit lokalem Personal und leistete psychologische Hilfe an schwerverletzten, traumatisierten Menschen.
Durch seine journalistische Arbeit und Buchveröffentlichungen hilft er zudem, politische Zusammenhänge besser zu verstehen und prangert an, was Krieg ganz konkret für die Menschen bedeutet, nämlich Tod, Zerstörung und Vertreibung. Nach seinen Erfahrungen in Syrien ist auch nach der Zerschlagung des IS kein Friede in Sicht denn: „Die stärksten Fesseln der Sklaverei sind freiwillige Unterwerfung und die Identifizierung mit dem System der Herrschaft“.
Er scheut sich nicht, die mangelnde Unterstützung der Regierungen und Hilfsorganisationen in aller Welt zu kritisieren, besonders aber auch die Haltung der deutschen Regierung.

Wikipedia

 

17. Offene Heide. Bürgerinitiative

Die Bürgerinitiatve engagiert sich seit 1994 gegen die militärische Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide. Einmal im Monat lädt die Bürgerinitiative zum „Friedensweg“ ein. Die Initiative beteiligt sich auch an der Organisation des seit 2011 jährlich stattfindenden „War start’s here“-Camps in Parleib (Gardelegen). »Krieg zerstört Lebenswelt« – unter diesem Motto ruft die Bürgerinitiative (BI) Offene Heide zum Ostermarsch in Sachsen-Anhalt auf.
Nach eigenen Aussagen gefährdet das vorherrschende Wirtschaftssystem, dessen innere Logik beständiges Wachstum, unbegrenzte Ressourcenausbeutung und Profitmaximierung erfordert, Natur, Umwelt und die menschlichen Lebensbedingungen auf der ganzen Welt. Die Folgen des Klimawandels und der kriegerischen Auseinandersetzungen um Macht, knapper werdende Rohstoffe und Absatzmärkte sowie die Gier der Industrienationen nach billigen Arbeitskräften zwingen schon jetzt 70 Millionen Menschen zur Flucht. Der Krieg ist der größte Feind unseres Planeten und eine der größten Fluchtursachen.

Offene Heide

18. Peter Steudtner. Gewaltfreie Aktionen

Peter Steudtner (* 1971 in Berlin) “ist ein deutscher Diplom-Politologe, Menschenrechtsaktivist und Dokumentarfilmer. Er wurde am 5. Juli 2017 zusammen mit seinem schwedischen Kollegen sowie acht Vertretern verschiedener türkischer Menschenrechtsorganisationen von einer Sondereinheit der türkischen Polizei festgenommen. Nach zwei Wochen in Polizeigewahrsam wurden vier der zehn Festgenommenen freigelassen; gegen Steudtner und die übrigen fünf wurde Untersuchungshaft verhängt. Die türkische Justiz wirft ihm vor, eine bewaffnete Terrororganisation unterstützt zu haben.” (Wikipedia) “Als Schulungsleiter im Bereich Gewaltfreiheit konzentriert Peter Steudtner sich auf den „Do No Harm“-Ansatz, Antidiskriminierung und die Verarbeitung von Trauma und Stress in Konflikten. Peter Steudtner ist derzeit in Deutschland als Trainer für die Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion Kurve Wustrow, für den Entwicklungsdienst von Brot für die Welt und für den Verein gewaltfrei handeln tätig.” (Amnesty International)

Peter Steudner

19. Rainer Schmid. Pfarrer und Friedensaktivist

Der evangelische Pfarrer Rainer Schmid steht für Zivilcourage und friedenspolitisches Engagement. Beständig und beharrlich setzt sich der Pfarrer in Blaubeuren bei Ulm gegen militärische Gewalt ein. Er vertritt diese Aufgabe mit viel Energie und Ausdauer und geht dabei persönlich das Wagnis ein, als ‚Störenfried‘ empfunden zu werden“. Schmid hat unter anderem am Bodensee und auf der Ostalb rüstungskritische Veranstaltungen organisiert. Auch an Demonstrationen am US-Atomwaffen-Stützpunkt in Büchel an der Mosel nahm er immer wieder teil. Die Kirche ruft er dazu auf, sich konsequent gegen Waffengewalt zu stellen. Rainer Schmid nimmt für sein Engagement auch berufliche Nachteile in Kauf. Schon zweimal wurde er wegen seines Engagements strafversetzt.

20. Sabine Constabel. Kampf gegen Prostitution

Der Verein Sisters e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, auf die Ausbeutung von Frauen durch Prostitution aufmerksam zu machen und Frauen, die aus der Prostitution aussteigen wollen, zu begleiten. Die Initiatorin Sabine Constabel hat jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Prostituierten.
Sisters e.V. will nicht länger wegsehen. Wegsehen, wie hunderttausende Armutsprostituierte aus Osteuropa und Dritt-Welt-Ländern oder auch verzweifelte deutsche Frauen in der Prostitution hierzulande allein gelassen werden. Es ist klar, dass auch die zweite Gesetzesreform die Händler mit der Ware Frau schützen und die Frauen in der Prostitution im Stich lassen wird.
Neben der Begleitung von Frauen wird derzeit ein landesweites Netzwerk von Anlaufstellen aufgebaut. Mit Kampagnen wie “Rotlicht aus”, die Sisters e.V. gemeinsam mit dem Landesfrauenrat Baden-Württemberg entwickelt hat, soll die Öffentlichkeit für die Problematik der Prostitution sensibilisiert werden.

Sisters e.V.

21. Sea-Watch e.V. Seenotrettung von Flüchtenden

Sea-Watch e.V. ist eine gemeinnützige Initiative, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat. Angesichts der humanitären Katastrophe leistet Sea-Watch Nothilfe, fordert und forciert gleichzeitig die Rettung durch die zuständigen europäischen Institutionen und steht öffentlich für legale Fluchtwege ein. Sea-Watch steht dafür ein, dass kein Mensch mehr an Europas tödlicher Seegrenze sterben muss. Im Frühjahr 2015 kaufte die Organisation einen alten Kutter und bauten ihn für den Einsatz zur Seenotrettung um. Mithilfe von zahlreichen Ehrenamtlichen, die das Projekt in Deutschland aufbauten oder als Crewmitglieder seit Juni 2015 im Mittelmeer zwischen Libyen und Italien mit fuhren, ist es gelungen, Tausende von Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Das freiwillige Engagement von Vielen ist der Kern dieser Arbeit.

Sea-Watch