01. Said Arnaout. Deutsch-libanesischer Sozialarbeiter

Said Arnaout ist seit vielen Jahren engagiert in der Flüchtlingshilfe: als anerkannter Gerichtsdolmetscher etwa, als Spendensammler für medico international, als Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt in Stuttgart. Der Mann aus dem Libanon wurde während seines Sozialpädagogikstudiums in Reutlingen vom Bürgerkrieg im Libanon überrascht und lebt seitdem in Tübingen. Im April 1994 gründete der 66-Jährige die überkonfessionelle Begegnungsstätte Dar Assalam (Haus des Friedens) im Libanon. In dieser interkulturellen Begegnungsstätte im Schufgebirge haben sich inzwischen viele Reisegruppen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz auseinandergesetzt mit der Nachkriegsrealität des Libanon, mit der Situation der palästinensischen und syrischen Flüchtlinge oder Arabisch gelernt. Die dort erwirtschafteten Gelder und Spenden ermöglichen die Fortbildung von Erzieherinnen, die mit traumatisierten Kindern arbeiten. Seit Jahren trifft sich die evangelische Gemeinde Beiruts in Said Arnaouts Haus des Friedens zum Gottesdienst und setzt ein Zeichen der Versöhnung aller Religionen.

02. Lutz Beisel. Mitbegründer terre des hommes

Selten ist von Stuttgart so viel Positives ausgegangen wie an jenem Abend vor 50 Jahren: Es war der 8. Januar 1967, als sich auf Einladung des damals 29-jährigen Lutz Beisel etwa 40 Menschen im Lehrerzimmer der Walddorfschule auf der Uhlandshöhe trafen, um terre des hommes Deutschland zu gründen. Dies geschah unter dem Eindruck der Gräuel des Vietnamkrieges. „Da konnte man einfach nicht zuschauen, da musste man etwas unternehmen“, sagt Beisel heute. Bis 1979 blieb Beisel hauptamtlich bei terre des hommes Deutschland; die erstenanderthalb Jahre neben seinem Beruf. Dann begründete er in Stuttgart die dringend notwendig gewordene erste Geschäftsstelle, zuerst im Bügelkeller einer Stuttgarter Gönnerin in der Tannenbergstraße, später in einer verwaisten Zahnarztpraxis in der Kreuznacher Straße. Heute ist terre des hommes Deutschland eine der bedeutendsten deutschen NGO der Entwicklungszusammenarbeit. Lutz Beisel lebt heute in Tuttlingen. In seinem „Ruhestand“ betreut er zusammen mit seiner Frau eine 13-köpfige syrische Flüchtlingsfamilie. Lutz Beisel ist ein Anstifter im besten Sinne des Wortes.

03. Die Konvivialisten. Die neue Kunst des Zusammenlebens

„Als sich im Jahr 2010 Wissenschaftler_innen um Alain Caillé, Marc Humbert, Serge Latouche und Patrick Viveret zu einem Kolloquium in Tokio trafen, um über die Aktualität von Konvivialität und Konvivialismus zu debattieren, war noch nicht abzusehen, welche Resonanz diese Begriffe in den Folgejahren erfahren würden. Es entwickelte sich eine Diskussion, die 2013 mit dem von etwa 40 französischsprachigen Wissenschaftler_innen und Intellektuellen initiierten „Manifeste Convivialiste“ – eine „Déclaration d’interdépendance“ – einen Weg zu einer gesellschaftlichen Debatte in Frankreich eröffnet hat. Im September 2014 wurde das Manifest von Frank Adloff und Claus Leggewie auch auf Deutsch herausgegeben unter dem Titel „Das konvivialistische Manifest. Für eine neue Kunst des Zusammenlebens“. Das Manifest hat die Debatte über die Fehlentwicklungen zeitgenössischer Gesellschaften, die Kapitalismuskritik mit Konzepten für eine Neudefinition von Reichtum und Wohlstand verbindet, in den deutschsprachigen Raum getragen.“(diekonvivialisten.de)

04. Eugen Drewermann. Theologe, Psychoanalytiker, Schriftsteller

Schon mit seiner Habilitationsschrift „Die Struktur des Bösen“ deckte Drewermann den gesellschaftlichen Zusammenhang des Bösen abseits von theologischen Auslegungen auf. Seitdem hat er zahlreiche Bücher zum Thema Frieden und Rüstung geschrieben, immer die persönlichen Nöte der Menschen angesichts der gesellschaftlichen Verhältnisse in den Blick rückend. In seinen Reden auf Veranstaltungen der Friedensbewegung zeigt er die gesellschaftlichen Ursachen von Profit und Vernichtung menschlichen Lebens auf. Drewermann ist ein vehementer Kritiker deutscher militärischer Auslandseinsätze und fordert seit Jahren, die Bundeswehr abzuschaffen. Er verurteilt Gewinnstreben als treibende Kraft hinter diesen militärischen Auseinandersetzungen. Er ist stets ein unangepasster Querdenker geblieben sowohl auf theologischem als auch auf wissenschaftlichem Gebiet. Durch seinen Ansatz, die menschliche Psyche bei der Erklärung der gesellschaftlichen Antagonismen in den Blick zu nehmen und den Menschen als Menschen zu akzeptieren, hat er einen breiten Diskurs in Gang gesetzt, in dem Versöhnung und Toleranz im Mittelpunkt stehen.

05. Aslı Erdoğan. Schriftstellerin und Kolumnistin

Die 1967 in Instanbul geborene Aslı Erdoğan ist Physikerin, Journalistin und eine in der Türkei bekannte Schriftstellerin. Sie gehört zu den Fürsprechern der kurdischen Minderheit in der Türkei. Als Kolumnistin schrieb sie zunächst für die Zeitung Radikal, dann ab 2011 für die kurdisch-türkische Zeitung Özgür Gündem. Am 16. August 2016 wurde Aslı Erdoğan im Rahmen der politischen Säuberungen nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei vom 15. Juli 2016 mit 22 anderen Journalisten der Zeitung verhaftet. Ende vergangenen Jahres wurde sie unter Auflagen aus der Haft entlassen. Die Anklageschrift gegen Aslı Erdoğan, in der die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für die Autorin und acht weitere Angeklagte fordert, ist angenommen worden. Ihnen allen wird unter anderem Mitgliedschaft und Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Zu ihren ins Deutsche übersetzten Büchern gehört u.a. „Die Stadt mit der roten Pelerine“ und „Der wundersame Mandarin“ (beide 2008).

06. Friedensregion Bodensee

Der AK Friedensregion Bodensee hat die Entwicklung von Frieden, ziviler Konfliktlösung und Krisenprävention in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt. Konkret geht es darum, den Blick vom Problem des militärisch-industriellen Komplexes und militärischer Konfliktlösung zu den neuen Lösungsmöglichkeiten und bereits gemachten Lösungserfahrungen zu lenken und auf breitem Niveau eine Friedenskultur zu entwickeln und zu verbreiten. Das Aufgabenfeld umfasst individuelle Verantwortung für Friedfertigkeit, Gewaltlosigkeit und kooperatives Handeln, soziales Denken und Handeln im menschlichen Miteinander, Frieden und Gewaltlosigkeit auf gesellschaftlicher Ebene. Abrüstung beginnt ganz konkret auch bei Überlegungen, wie Rüstungskonversion in Unternehmen gefördert werden kann, ohne Arbeitsplätze zu gefährden.
www.waffenvombodensee.de 

07. Klara Fries. Initiatorin Demokratiebahnhof Anklam

Nach der Wende haben NPD, Burschenschaften und andere rechte Gruppen systematisch Strukturen in Anklam aufgebaut. Eine Gruppe von Jugendlichen versucht, dem gegenzuhalten mit dem Jugendzentrum Demokratiebahnhof. Die Initiatorin Klara Fries, 24, Lehramtsstudentin in Greifswald, fährt mehrmals in der Woche nach Anklam und unterstützt Kinder und Jugendliche in der Gestaltung ihrer Freizeit. Sie reparieren Fahrräder, kochen zusammen, schauen Filme. Sie sind in Entscheidungsprozesse eingebunden, gestalten das Programm mit und lernen nebenbei demokratische Meinungsbildung. Ein syrischer Jugendlicher versucht, Verständnis zu schaffen für die über 200 Geflüchteten, die mittlerweile in Anklam leben. Das Engagement von Klara Fries ist nicht ungefährlich, mehrmals wurde sie von rechten Gruppen bedroht.

08. Markus Gamache. Hoffnung für Nigeria

+Als Friedensaktivist und Gründer der NGO Lifeline Compassionate Global Initiatives (LCGI) setzt sich Markus Gamache in Nigeria für Jugendliche, Witwen, Waisen und vom Krieg durch Boko Haram traumatisierte Kinder ein. Nach den Angriffen durch Boko Haram ist in Nord-Nigeria das Misstrauen zwischen den verschiedenen Religionen gewachsen und die Not der Bevölkerung hat zugenommen. Mit seiner NGO fördert der gelernte Betriebswirt Markus Gamache das friedliche und solidarische Zusammenleben von Muslimen und Christen. Der 48-Jährige tut dies konsequent in Flüchtlingslagern, Schulen, durch Projektarbeiten und in der Nothilfe.

Quelle: http://blog.brethren.org/tag/lifeline-compassionate-global-initiatives/

09. Sandra Hammamy. Aktivistin für Geflüchtete

Die 45-jährige Gießenerin Sandra Hammamy arbeitet am Institut für Geschichte und Kultur der Universität Gießen als Studienberaterin. Vor eineinhalb Jahren entdeckt sie die private Hilfsorganisation Sea Watch, die mittlerweile mit zehn Schiffen aus Deutschland, den Niederlanden und Frankreich Flüchtlinge im Mittelmeer sucht und aus oft maroden Schlauchboten rettet. Sandra Hammamy hilft an den Küsten und auf dem Mittelmeer, kurz vor Libyen. Die „Zeit“ schreibt über sie: „Sie zog Hunderte Menschen aus Schlauchbooten und musste anderen beim Ertrinken zusehen. Sie tröstete Frauen, die ihr Baby verloren hatten, und Kinder, die ihre Mutter vermissten. Sie warb um neue Helfer für die Organisation. Achtmal war sie als Rettungsschwimmerin auf einem Hilfsschiff unterwegs. Sie kann nicht aufhören zu helfen. Wie hältst du das nur aus? Das fragen sie die Leute in Gießen. Sie fragt sich: Wie haltet ihr euer Leben aus?“ Sandra Hammamy versucht bei möglichst vielen Einsätzen mit dabei zu sein, denn die Bilder von den toten Flüchtlingen im Mittelmeer bekommt sie nicht aus dem Kopf.

10. Ka’apor. Stellvertretend für die indigenen Völker Amerikas

Die rund 2000 Ka’apor leben in 18 Dörfern innerhalb ihres seit 1982 anerkannten, 530 000 ha großen Reservats im brasilianischen Bundesstaat Maranhao, wo es aufgrund von Rodungen und Umwandlung in Rinderweiden so gut wie keinen Regenwald mehr gibt. Es sind Großgrundbesitzer und Holzhändler, die illegalerweise immer wieder das Gebiet der Ka’apor eindringen und dort Holz schlagen. Die Behörden schauen in aller Regel tatenlos zu, sind oftmals in korrupte Netzwerke eingebunden und versuchen ganz aktuell diejenigen, die den Wald schützen, zu kriminalisieren.
POEMA steht im Kontakt mit den Ka’apor und unterstützt sie in ihrem Kampf für den Wald. Zuletzt wurden 5 solare Trinkwasserbrunnen in Dörfern finanziert, die am Rande des Reservats gegründet wurden, um die Wege einsehen zu können, die ins Reservat führen und die von den kriminellen Holzleuten benutzt werden. Die brasilianische Sektion von Greenpeace hat die Ka’apor mit Kameras und GPS-Geräten unterstützt.

11. Chelsea Manning. Whistleblower

Der Enthüllungsplattform Wikileaks spielte Chelsea Manning 2010 geheime Militärdokumente zu. 2013 wird sie unter anderem wegen Verrats und Spionage zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt. Aufgrund eines Gnadenerlasses durch Barack Obama soll sie nun im Mai 2017 freikommen. Chelsea Manning hat ihre Haft bislang unter Bedingungen abgesessen, die ein UN-Berichterstatter als Folter kritisiert. Chelsea Manning wird depressiv, es folgen Hungerstreiks und Selbstmordversuche. Ihr Fall steht exemplarisch für das Schicksal vieler Whistleblower. Sie versuchen, das aus ihrer Sicht Richtige zu tun, Missstände ans Tageslicht zu befördern, um im Interesse der Öffentlichkeit Debatten anzustoßen. Oft zahlen sie dafür einen hohen Preis, werden nicht als Helden und mutige Aufklärer geehrt, sondern als Landesverräter verfolgt.

12. Sudbin Music und Susanne Prahl. Nationalismus überwinden

Bosnien-Herzegowina ist ein Beispiel für die verheerende Wirkung nationalistischen Gedankenguts. Der Krieg in den 90er Jahren ist noch lange nicht aufgearbeitet und Nationalismus lähmt in der Gegenwart und beim Aufbau der Zukunft.

Sudbin Music überlebte durch einen Zufall das Massaker im Dorf bei Prjedor. Der bosnische Muslim konnte mit Hilfe eines serbischen Offiziers aus dem KZ nach Deutschland fliehen. Inzwischen lebt er wieder in seinem Heimatdorf. Sudbin Music hat dafür gesorgt, dass die Opfer aus den Massengräbern bestattet wurden. Er ist einer der wenigen Rückkehrer, der sich mit der Geschichte befasst. „Die meisten Leute schweigen, gehen nicht wählen und sind paranoid. Nur bei der Jugend bewegt sich langsam was.“ Derzeit baut er eine Gedenkstätte auf, um das Schweigen über die Vergangenheit zu brechen. In Milo Raus Projekt «The Dark Ages» steht er in München auf der Bühne und spielt seine eigene Lebensgeschichte.

Susanne Prahl sieht Chancen für gesellschaftliche Veränderungen vor allem bei der Jugend. Seit 2004 organisiert sie mit einem großen Team das Kids Festival in Sarajevo. Begeistert spielen und agieren Kinder und Jugendliche aus allen Landesteilen ungeachtet ihrer Herkunft miteinander. „Kinder sind Kinder“, lautet ihre Devise. Vorurteile werden abgebaut, ohne erhobenen Zeigerfinger. Susanne Prahl ist seit den 1990er Jahren in Bosnien engagiert. Die Kunsthistorikerin hat als Produktions- und Eventmanagerin internationale Erfahrungen. Das Kids Festival hat inzwischen Nachfolger in anderen Ländern gefunden.

Sudbin Musić – Trnopolje Camp, Prijedor


http://www.kidsfest.ba/eng/tim.php

13. Ta’ajusch. Isrealisch-palästinensische Friedensbewegung

Ta’ajusch heißt Zusammenleben und ist die erste israelisch-palästinensische Friedensbewegung Israels. Sie wurde 2001 gegründet. Bisher hat Ta’ajusch Lebensmitteltransporte in abgeriegelte Palästinenserdörfer organisiert, palästinensische Bauern vor der Vertreibung durch die israelische Armee bewahrt und Straßensperren zu räumen versucht. Alle Aktionen sprechen die Ta’ajusch-Aktivisten mit den palästinensischen Behörden in den Autonomiegebieten ab. Ta’ajusch konzentriert sich auf praktische Hilfen. Laut Einschätzung des Jerusalemer Frieden-Jetzt-Aktivisten Noam Hoffschtetter trägt Ta’ajusch auch zur Aussöhnung innerhalb der israelischen Gesellschaft bei.
http://www.taayush.org

14. Vereins KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen

Das KZ-Außenlager Hailfingen/Tailfingen bestand von November 1944 bis zum Weitertransport der Überlebenden im Februar 1945. Die 601 Häftlinge wurden bei Bauarbeiten auf dem Nachtjägerflugplatz Hailfingen eingesetzt. 189 Häftlinge starben in dieser Zeit. Seit 2002 wird die Geschichte dieses Lagers dank des Vereins aufgearbeitet: Publikationen, Informations- und Unterrichtsmaterial und Dokumentationsfilme. Die Leidenswege der Häftlinge wurden rekonstruiert, über 20 Überlebende ausfindig gemacht und 80 Angehörige gefunden. Für sie wurde die Gedenkstätte zu einem wichtigen Ort des Erinnerns und der Begegnung. Jugendguides führen durch die 2010 eingeweihte Ausstellung, zum Mahnmal und dem Gedenkpfad. Auf den Friedhöfen in Reutlingen, Esslingen und Gäufelden-Tailfingen wurden Gedenktafeln mit den Namen der Opfer angebracht. Im März 2017 fand die 50. Veranstaltung einer vielbeachteten Reihe statt.
www.kz-gedenkstaette-hailfingen-tailfingen.de

15. Jürgen Weber. Regisseur von “Das 2.Trauma- das ungesühnte Massaker von St’Anna di Stazzema”

Der Dokumentarfilm “Das 2.Trauma- das ungesühnte Massaker von St.Anna di Stazzema”von Jürgen Weber und seinem Team beleuchtet ein wenig bekanntes Kapitel in der Verbrechensgeschichte des Naziregimes. Die Gräueltaten an der Zivilbevölkerung im toskanischen Dorf St.Anna im Sommer 1944 blieben ungesühnt, und das wurde zum lebenslangen “zweiten Trauma” für all jene, die als Kinder in Todesangst dem Niedermetzeln ihrer Liebsten zusehen mussten. Durch den Film wird die Kette der Weitergabe von Traumata an nachfolgende Generationen gestoppt, weil in einem konsequent durchgeführten Prozess von Erzählen, Zuhören und genauem Hinschauen die lebenslange schwere Last der noch Überlebenden abgetragen wird. Daraus erwuchsen bereits im Lauf der Dreharbeiten Versöhnung und Freundschaft. Der Film selbst trägt zur Sensibilisierung junger Menschen für diese vom Leid gezeichneten, betagten Menschen bei und fördert die Auseinandersetzung der besonderen Art mit dem dunklen Teil unserer Vergangenheit.

16. Gabriele Winker. Die „Care-Revolution“ für ein gutes Leben für alle auf der ganzen Welt

Gabriele Winker hat 2014 die „Care-Revolution“ ausgerufen und engagiert sich für einen grundlegenden Wandel der Organisation, der wissenschaftlichen Bewertung und dem sozialen Stellenwert von Sorgearbeit. Ihr Ausgangspunkt: Etwa zwei Drittel der gesellschaftlichen Arbeit ist Sorge („Care“) für Kinder, für Kranke, für ältere Menschen, Haushaltsarbeit, Pflege sozialer Beziehungen, die informelle Weitergabe von Wissen und Erfahrung, die vielfältigen Formen ehrenamtlicher Arbeit, Betreuung von Räumen, auch Naturräumen, die Versorgung von Tieren, Stadteilarbeit, Informations-, Forschungs- und Entwicklungsarbeit bis hin zu aktiver Bürgerbeteiligung und politischem Engagement. Care-Aktivitäten sind in unserer kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft ganz unten angesiedelt, ins Private verbannt, oft trivialisiert, unsichtbar gemacht, vielfach nicht bezahlt und marginalisiert. Gabriele Winker wählt die Revolution der Care-Arbeit als Ausgangspunkt einer Transformationsstrategie hin zu einer solidarischen Gesellschaft und einem guten Leben für alle. Ihr großes Verdienst ist es, dass sie die auf unterschiedlichste Weise vom Scheitern des neoliberalen Systems Betroffenen unter diesem Ansatz zusammen bringt.

17. Dan Woodhouse und Sam Walton. Christliche Friedensaktivisten

Die Friedensaktivisten Dan Woodhouse und Sam Walton haben in Großbritannien versucht, Kriegsflugzeuge zu entwaffnen. Die beiden Männer drangen am 29. Januar 2017 auf das Gelände des britischen Rüstungskonzerns BAE Systems in Warton (Grafschaft Lankcashire) vor. Dort versuchten sie, für Saudi-Arabien bestimmte Kriegsflugzeuge kampfunfähig zu machen. Hierbei wurden sie von der Polizei verhaftet. Sie leisteten keinen Widerstand. „Saudi-Arabien davon abzuhalten, mehr Flugzeuge für die Bombardierung des Jemen zu haben, oder es zumindest zu verzögern, würde unschuldige Leben retten und Kriegsverbrechen verhindern“, erklärten sie. Walton ist Mitglied der Quäker, Woodhouse ist Pfarrer der methodistischen Kirche.

Abstimmung 2017

Um zu überprüfen, ob Sie Anstifter_in und damit stimmberechtigt sind, benötigen wir

+++++++++NUR NOCH BIS 24.5.2017 23.59 UHR++++++++
Sie haben drei Stimmen, die Sie nun beliebig zuordnen können. Wenn Sie alle drei Stimmen einem Kandidaten geben möchten, dann wählen Sie diesen Kandidaten bitte in allen drei Feldern aus. Wenn Sie nur zwei Stimmen vergeben möchten, lassen Sie bitte ein Feld, wie es ist, usw. Wenn Sie Fragen haben, versuchen Sie uns telefonisch zu erreichen unter 0711 24869621 oder senden eine Mail an kontakt@die-anstifter.de

Vielen Dank!