Archiv der Kategorie: Stuttgarter Friedenspreis 2017

Die Vorschläge für den SF 2017

Anmerkung Stuttgarter Friedenspreis 2017
2. Wahlgang

Weiter unten finden Sie das Abstimmungsformular für den 2. Wahlgang, aus dem als Sieger_in hervorgeht, wer die meisten Stimmen auf sich vereinigt. Aus dem ersten Wahlgang als die sechs Bestplatzierten sind hervorgegangen (in alphabetischer Reihenfolge und mit der entsprechenden Kennnummer):

02. Lutz Beisel. Mitbegründer terre des hommes

Selten ist von Stuttgart so viel Positives ausgegangen wie an jenem Abend vor 50 Jahren: Es war der 8. Januar 1967, als sich auf Einladung des damals 29-jährigen Lutz Beisel etwa 40 Menschen im Lehrerzimmer der Walddorfschule auf der Uhlandshöhe trafen, um terre des hommes Deutschland zu gründen. Dies geschah unter dem Eindruck der Gräuel des Vietnamkrieges. „Da konnte man einfach nicht zuschauen, da musste man etwas unternehmen“, sagt Beisel heute. Bis 1979 blieb Beisel hauptamtlich bei terre des hommes Deutschland; die erstenanderthalb Jahre neben seinem Beruf. Dann begründete er in Stuttgart die dringend notwendig gewordene erste Geschäftsstelle, zuerst im Bügelkeller einer Stuttgarter Gönnerin in der Tannenbergstraße, später in einer verwaisten Zahnarztpraxis in der Kreuznacher Straße. Heute ist terre des hommes Deutschland eine der bedeutendsten deutschen NGO der Entwicklungszusammenarbeit. Lutz Beisel lebt heute in Tuttlingen. In seinem „Ruhestand“ betreut er zusammen mit seiner Frau eine 13-köpfige syrische Flüchtlingsfamilie. Lutz Beisel ist ein Anstifter im besten Sinne des Wortes.

05. Aslı Erdoğan. Schriftstellerin und Kolumnistin

Die 1967 in Instanbul geborene Aslı Erdoğan ist Physikerin, Journalistin und eine in der Türkei bekannte Schriftstellerin. Sie gehört zu den Fürsprechern der kurdischen Minderheit in der Türkei. Als Kolumnistin schrieb sie zunächst für die Zeitung Radikal, dann ab 2011 für die kurdisch-türkische Zeitung Özgür Gündem. Am 16. August 2016 wurde Aslı Erdoğan im Rahmen der politischen Säuberungen nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei vom 15. Juli 2016 mit 22 anderen Journalisten der Zeitung verhaftet. Ende vergangenen Jahres wurde sie unter Auflagen aus der Haft entlassen. Die Anklageschrift gegen Aslı Erdoğan, in der die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für die Autorin und acht weitere Angeklagte fordert, ist angenommen worden. Ihnen allen wird unter anderem Mitgliedschaft und Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Zu ihren ins Deutsche übersetzten Büchern gehört u.a. „Die Stadt mit der roten Pelerine“ und „Der wundersame Mandarin“ (beide 2008).

07. Klara Fries. Initiatorin Demokratiebahnhof Anklam

Nach der Wende haben NPD, Burschenschaften und andere rechte Gruppen systematisch Strukturen in Anklam aufgebaut. Eine Gruppe von Jugendlichen versucht, dem gegenzuhalten mit dem Jugendzentrum Demokratiebahnhof. Die Initiatorin Klara Fries, 24, Lehramtsstudentin in Greifswald, fährt mehrmals in der Woche nach Anklam und unterstützt Kinder und Jugendliche in der Gestaltung ihrer Freizeit. Sie reparieren Fahrräder, kochen zusammen, schauen Filme. Sie sind in Entscheidungsprozesse eingebunden, gestalten das Programm mit und lernen nebenbei demokratische Meinungsbildung. Ein syrischer Jugendlicher versucht, Verständnis zu schaffen für die über 200 Geflüchteten, die mittlerweile in Anklam leben. Das Engagement von Klara Fries ist nicht ungefährlich, mehrmals wurde sie von rechten Gruppen bedroht.

10. Ka’apor. Stellvertretend für die indigenen Völker Amerikas

Die rund 2000 Ka’apor leben in 18 Dörfern innerhalb ihres seit 1982 anerkannten, 530 000 ha großen Reservats im brasilianischen Bundesstaat Maranhao, wo es aufgrund von Rodungen und Umwandlung in Rinderweiden so gut wie keinen Regenwald mehr gibt. Es sind Großgrundbesitzer und Holzhändler, die illegalerweise immer wieder das Gebiet der Ka’apor eindringen und dort Holz schlagen. Die Behörden schauen in aller Regel tatenlos zu, sind oftmals in korrupte Netzwerke eingebunden und versuchen ganz aktuell diejenigen, die den Wald schützen, zu kriminalisieren.
POEMA steht im Kontakt mit den Ka’apor und unterstützt sie in ihrem Kampf für den Wald. Zuletzt wurden 5 solare Trinkwasserbrunnen in Dörfern finanziert, die am Rande des Reservats gegründet wurden, um die Wege einsehen zu können, die ins Reservat führen und die von den kriminellen Holzleuten benutzt werden. Die brasilianische Sektion von Greenpeace hat die Ka’apor mit Kameras und GPS-Geräten unterstützt.

11. Chelsea Manning. Whistleblower

Der Enthüllungsplattform Wikileaks spielte Chelsea Manning 2010 geheime Militärdokumente zu. 2013 wird sie unter anderem wegen Verrats und Spionage zu 35 Jahren Militärhaft verurteilt. Aufgrund eines Gnadenerlasses durch Barack Obama soll sie nun im Mai 2017 freikommen. Chelsea Manning hat ihre Haft bislang unter Bedingungen abgesessen, die ein UN-Berichterstatter als Folter kritisiert. Chelsea Manning wird depressiv, es folgen Hungerstreiks und Selbstmordversuche. Ihr Fall steht exemplarisch für das Schicksal vieler Whistleblower. Sie versuchen, das aus ihrer Sicht Richtige zu tun, Missstände ans Tageslicht zu befördern, um im Interesse der Öffentlichkeit Debatten anzustoßen. Oft zahlen sie dafür einen hohen Preis, werden nicht als Helden und mutige Aufklärer geehrt, sondern als Landesverräter verfolgt.

13. Ta’ajusch. Isrealisch-palästinensische Friedensbewegung

Ta’ajusch heißt Zusammenleben und ist die erste israelisch-palästinensische Friedensbewegung Israels. Sie wurde 2001 gegründet. Bisher hat Ta’ajusch Lebensmitteltransporte in abgeriegelte Palästinenserdörfer organisiert, palästinensische Bauern vor der Vertreibung durch die israelische Armee bewahrt und Straßensperren zu räumen versucht. Alle Aktionen sprechen die Ta’ajusch-Aktivisten mit den palästinensischen Behörden in den Autonomiegebieten ab. Ta’ajusch konzentriert sich auf praktische Hilfen. Laut Einschätzung des Jerusalemer Frieden-Jetzt-Aktivisten Noam Hoffschtetter trägt Ta’ajusch auch zur Aussöhnung innerhalb der israelischen Gesellschaft bei.
http://www.taayush.org

Abstimmung 2017

Um zu überprüfen, ob Sie AnstifterIn und damit auch im zweiten Wahlgang stimmberechtigt sind, benötigen wir


Sie haben im zweiten Wahlgang, der bis zum 15.07.2019 23:59 Uhr läuft, drei Stimmen, die Sie nun beliebig zuordnen können. Wenn Sie alle drei Stimmen einem Kandidaten geben möchten, dann wählen Sie diesen Kandidaten bitte in allen drei Feldern aus. Wenn Sie nur zwei Stimmen vergeben möchten, lassen Sie bitte ein Feld, wie es ist, usw.



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