13 Frank Lemmermann – Bürgermeister von Weyhe

Weil Frank Lemmermann, Bürgermeister des niedersächsischen Ortes Weyhe Nazi-Aktionen nicht duldete, wurde er von Hass- und Drohbriefen Rechtsradikaler überschwemmt.
Hintergrund war, dass ein 25-Jähriger nach einem Diskobesuch in Weyhe von einem 20-jährigen jungen Mann mit Migrationshintergrund zu Tode geprügelt wurde. Er hatte versucht, einen Streit zu schlichten und geriet zwischen die Fronten. Neonazis versuchten, aus diesem Vorfall Kapital zu schlagen und hetzten auf Blogs, klebten ausländerfeindliche Plakate und zogen mit Fackeln auf. Der Präventionsrat und der „Runde Tisch gegen rechts“ von Weyhe verfasste eine Resolution, die die Rechtsradikalen erst recht auf den Plan riefen. Bürgermeister Lemmermann beauftragte einen Anwalt, die Absender der Hass-Emails und Briefe zu recherchieren, was schließlich zu 115 Anzeigen geführt hat: „Die Anzeigen mussten sein. Es gibt keinen rechtsfreien Raum, in dem gedroht und gehetzt werden darf,“ so Lemmermann.
taz.de/!121195