16. Gabriele Winker. Die „Care-Revolution“ für ein gutes Leben für alle auf der ganzen Welt

Gabriele Winker hat 2014 die „Care-Revolution“ ausgerufen und engagiert sich für einen grundlegenden Wandel der Organisation, der wissenschaftlichen Bewertung und dem sozialen Stellenwert von Sorgearbeit. Ihr Ausgangspunkt: Etwa zwei Drittel der gesellschaftlichen Arbeit ist Sorge („Care“) für Kinder, für Kranke, für ältere Menschen, Haushaltsarbeit, Pflege sozialer Beziehungen, die informelle Weitergabe von Wissen und Erfahrung, die vielfältigen Formen ehrenamtlicher Arbeit, Betreuung von Räumen, auch Naturräumen, die Versorgung von Tieren, Stadteilarbeit, Informations-, Forschungs- und Entwicklungsarbeit bis hin zu aktiver Bürgerbeteiligung und politischem Engagement. Care-Aktivitäten sind in unserer kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft ganz unten angesiedelt, ins Private verbannt, oft trivialisiert, unsichtbar gemacht, vielfach nicht bezahlt und marginalisiert. Gabriele Winker wählt die Revolution der Care-Arbeit als Ausgangspunkt einer Transformationsstrategie hin zu einer solidarischen Gesellschaft und einem guten Leben für alle. Ihr großes Verdienst ist es, dass sie die auf unterschiedlichste Weise vom Scheitern des neoliberalen Systems Betroffenen unter diesem Ansatz zusammen bringt.