12. Sudbin Music und Susanne Prahl. Nationalismus überwinden

Bosnien-Herzegowina ist ein Beispiel für die verheerende Wirkung nationalistischen Gedankenguts. Der Krieg in den 90er Jahren ist noch lange nicht aufgearbeitet und Nationalismus lähmt in der Gegenwart und beim Aufbau der Zukunft.

Sudbin Music überlebte durch einen Zufall das Massaker im Dorf bei Prjedor. Der bosnische Muslim konnte mit Hilfe eines serbischen Offiziers aus dem KZ nach Deutschland fliehen. Inzwischen lebt er wieder in seinem Heimatdorf. Sudbin Music hat dafür gesorgt, dass die Opfer aus den Massengräbern bestattet wurden. Er ist einer der wenigen Rückkehrer, der sich mit der Geschichte befasst. „Die meisten Leute schweigen, gehen nicht wählen und sind paranoid. Nur bei der Jugend bewegt sich langsam was.“ Derzeit baut er eine Gedenkstätte auf, um das Schweigen über die Vergangenheit zu brechen. In Milo Raus Projekt «The Dark Ages» steht er in München auf der Bühne und spielt seine eigene Lebensgeschichte.

Susanne Prahl sieht Chancen für gesellschaftliche Veränderungen vor allem bei der Jugend. Seit 2004 organisiert sie mit einem großen Team das Kids Festival in Sarajevo. Begeistert spielen und agieren Kinder und Jugendliche aus allen Landesteilen ungeachtet ihrer Herkunft miteinander. „Kinder sind Kinder“, lautet ihre Devise. Vorurteile werden abgebaut, ohne erhobenen Zeigerfinger. Susanne Prahl ist seit den 1990er Jahren in Bosnien engagiert. Die Kunsthistorikerin hat als Produktions- und Eventmanagerin internationale Erfahrungen. Das Kids Festival hat inzwischen Nachfolger in anderen Ländern gefunden.

Sudbin Musić – Trnopolje Camp, Prijedor


http://www.kidsfest.ba/eng/tim.php